Allianz für Kinder

Der Impuls zur Gründung einer Alliance for Childhood ist im Winter 1998/99 von engagierten Menschen aus vielen Bereichen der Pädagogik, Erziehung, Forschung und Sozialarbeit von New York, Stuttgart und London ausgegangen.
Die Initiatoren der Alliance for Childhood wollen durch diesen Zusammenschluß ihre Initiativkraft verstärken und dazu beitragen, Kinder vor Einflüssen und Verhaltensweisen zu schützen, die diese in ihrer Entwicklung beeinträchtigen und schädigen können.

Ziele der Alliance for Childhood

Dem Recht auf Kindheit als einem Menschenrecht zum Durchbruch zu verhelfen.

  • Eine Pädagogik zu fördern, die sich am Kinde orientiert, in der das "Zeit-haben", die Pflege des Rhythmus und die Förderung von Spiel und vielfältigen Eigentätigkeiten den Kinderalltag bestimmen.
  • Den Einfluß von Technik, Computern und elektronischen Medien auf Entwicklung und Verhalten von Kindern zu erforschen und diese Forschungsergebnisse zur praktischen Anwendung zu bringen.
  • Auf die Gefahren einer zunehmenden "Vermarktung" von Kindern und Kindheit aufmerksam zu machen und sich für einen am Bedarf orientierten Konsum einzusetzen.
  • Die Zusammenarbeit von kindgemäßer Pflege, Erziehung, Medizin und Pädagogik zu fördern und die gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen.
  • Sich für die wissenschaftliche Erarbeitung eines entwicklungsorientierten, ganzheitlichen Menschenbildes einzusetzen.

Aufruf für den Schutz der Kindheit

Aufruf für den Schutz der Kindheit - gegen eine zu frühe Einschulung!

„Entscheidend ist, was die Kinder mitbringen und wollen“ (Wolf Singer)

Die Unterzeichnenden dieses Aufrufes für den Schutz der Kindheit

  • achten die Zeit der Kindheit als einen zu schützenden Raum, in dem die Kinder sich individuell entsprechend ihren eigenen Begabungen und Fähigkeiten zur Freiheit entfalten und entwickeln können,
  • sind der Überzeugung, dass die gegenwärtige Erziehungs- und Bildungskrise unserer Gesellschaft überwunden werden kann, wenn die Kindheit in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Kinder zu mündigen, freien Erwachsenen neu erkannt und gestaltet wird,
  • stellen fest, dass Fehlplanungen und Fehlentwicklungen einer sich an den Vorstellungen der Erwachsenenumwelt orientierenden Bildungs- und Erziehungspolitik diesen grundle-genden Bedürfnissen der Kinder, vor allem in der frühen Kindheit vor der Schulzeit, im-mer weniger Rechnung getragen haben,
  • regen an, darauf hinzuwirken, dass die Gesellschaft die große Bedeutung der frühen Kindheit respektiert und die Arbeit von Eltern, die sich der Erziehung der Kinder widmen, würdigt; eine zu frühe Einschulung, einseitige technische Aufrüstung in Kindergarten und Grundschule ohne menschliche Zuwendung und Begegnung und gesteigerter Erfolgs- und Leistungsdruck in Erziehung und Unterricht sind Indiz für eine Missachtung der Kindheit,
  • bringen ihre Sorgen zum Ausdruck, dass die von Politikern und Schulbehörden in der letzten Zeit immer häufiger erhobenen Forderungen nach einer früheren Einschulung noch mehr in den unwiederbringlichen Entwicklungszeitraum der Kindheit eingreifen und dadurch den heranwachsenden Kindern ihre selbstbestimmte, nachahmend und spielend zu erwerbende Entfaltung ihrer individuellen Begabungen und Fähigkeiten systematisch einschränken,
  • fordern und treten dafür ein,

    • dass weiterhin die Regelschulpflicht bei dem sechsten, siebenten Lebensjahr festge-legt bleibt; das schließt die Vorverlegung auf das fünfte Lebensjahr aus,

    • dass die Grundlage für die Einschulung die individuelle körperliche, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes bildet,

    • dass den Kindern der erforderliche Raum und die Zeit zur Verfügung gestellt wird, damit sie entsprechend ihrer Entwicklungen ihre individuellen Begabungen und Fä-higkeiten entfalten können,

    • dass für alle Kinder die Chancen für ein ganzheitliches Lernen und ihnen gemäße Bildungsprozesse unterstützt und verbessert werden,

    • dass die Lebensbedingungen junger Eltern und Familien und die dafür notwendigen Einrichtungen gefördert werden und

    • dass der Zeitraum der frühen Kindheit geschützt und nicht zugunsten einer zu frühen intellektuellen Verschulung oder durch einseitigen Erfolgs- und Leistungszwang eingeschränkt wird.