Informationen zur Flüchtlingsarbeit

Das Thema Flüchtlinge und Flüchtlingskinder hat auch unsere Schulen und Kindergärten erreicht und beschäftigt zunehmend die Kollegien in Waldorfeinrichtungen. Wollen wir Flüchtlingskinder aufnehmen? Wie sind die Voraussetzungen? Welche Erfahrungen gibt es? In die bestehenden Gruppen integrieren oder doch besser eine gesonderte Gruppe für Flüchtlingskinder? Wie muss die Elternarbeit aussehen? Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

 

Zu der aktuellen Thematik haben die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. eine Beratungsstelle eingerichtet, die durch Mitarbeiter aus der Pädagogik, Notfallpädagogik und Verwaltung unterstützt wird. Unter der Telefonnummer 0721-354806-225 und der E-Mail-Adresse fluechtlingshilfe (at) freunde-waldorf.de können Sie sich an uns wenden. Wir versuchen, erste Erfahrungen aus den Waldorfeinrichtungen zu bündeln und weiterzugeben.

Seit nunmehr 10 Jahren arbeiten die Freunde der Erziehungskunst im Ausland und seit 2 Jahren vermehrt auch im Inland mit Kindern nach traumatisierenden Ereignissen. Die Erfahrung zeigt, dass ein grundlegendes Verständnis von Trauma nicht nur hilfreich sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür sein kann, Kinder nach ihren Flucht-Erlebnissen zu verstehen und pädagogisch begleiten zu können.

Wir möchten Sie auf Fortbildungen zum Thema hinweisen, die auf unserer Website www.freunde-waldorf.de ständig aktualisiert werden.

Freiwilligendienste in der Flüchtlingsarbeit

Für alle Waldorfkindergärten und Waldorfschulen, die geflüchtete Kinder und Jugendliche betreuen oder betreuen wollen, sei es in gesonderten Gruppen und Klassen oder einzelne Flüchtlingskinder in einer Schulklasse, Kindergartengruppe oder in anderen Zusammenhängen, gibt es jetzt durch das Familienministerium ein besonderes Freiwilligendienst-Format: Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug. Abweichend von allen anderen Freiwilligendienst-Formaten dürfen die Freiwilligen auch außerhalb ihrer Einsatzstelle eingesetzt werden und die Flüchtlingskinder in die Flüchtlingsunterkünfte begleiten, dort bei den Hausaufgaben helfen, zusätzlichen Deutschunterricht erteilen, bei Behördengängen und Arztbesuchen übersetzen, bei der Freizeitgestaltung hilfreich sein, kurz: bei allem unterstützen, was im weitesten Sinne der Integration dient.

Durch diesen erweiterten Einsatz- und Gestaltungsspielraum können Freiwillige im Flüchtlingsbezug eine bereichernde Unterstützung sein in der Arbeit mit Flüchtlingskindern. Umgekehrt ermöglicht das neue Freiwilligendienstformat auch volljährigen geflüchteten Menschen einen Freiwilligendienst zu machen.

Die Freiwilligen mit Flüchtlingsbezug werden durch unsere Pädagogen in Seminaren themenbezogen begleitet und geschult. Die langjährigen Erfahrungen der Freunde der Erziehungskunst aus der Notfall- und Traumapädagogik und die interkulturelle Erfahrung insbesondere aus dem Incoming (Freiwillige aus dem Ausland in deutschen Einrichtungen) werden in die Seminararbeit mit einfließen und die Freiwilligen bestmöglich vorbereiten. Darüber werden die Freiwilligen im Flüchtlingsbezug an Tagungen der Notfallpädagogik teilnehmen können.

Bei Interesse melden Sie sich unter der Telefonnummer 0721-354806-151 bei Uwe Decker oder -146 Stefan Wurster. Wir beraten Sie gerne. Informieren Sie sich aktuell auf unsere Website www.freunde-waldorf.de

Wir möchten Sie ermutigen, in die neue Arbeit mit Freiwilligen im Flüchtlingsbezug einzusteigen. Erfahrungsgemäß ist für Sie als Waldorfeinrichtung ein Einstieg in den Freiwilligendienst im Flüchtlingsbezug nur jetzt im laufenden Jahr 2016 möglich. Wir gehen davon aus, dass die Kontingente sehr schnell aufgebraucht sind und in den Folgejahren kein Aufwuchs mehr möglich ist.

Uwe Decker, Karlsruhe, Freude der Erziehungskunst

 

 

 

 

"Spielen ist Urbegegnung mit der Welt"

Die Spielplatzbauer vom KuKuK e.V. Stuttgart schenken seit vielen Jahren traumatisierten Kindern in Krisenregionen mit dem Bau von Spiel- und Erlebnisplätzen neuen Lebensraum. Anders als die gleichnamige GmbH finanziert der Verein seine Projekte über Drittmittelakquise und die Mitarbeit von Schüler_innen und anderen Freiwilligen. Bernhard Hanel, einer der beiden Firmen- und Vereinsgründer, über eine Herzenssache, die eng mit seiner eigenen Biografie verwoben ist.

Was ist der KuKuK Kultur e.V.?

Der KuKuK-Kultur e.V. gibt es seit etwa 15 Jahren. Angefangen hat es mit dem Bosnien-Krieg, in den ja auch Truppen der Bundeswehr entsandt wurden. Das hat mich sehr betroffen gemacht. Ich bin direkt nach dem Krieg nach Sarajewo gefahren, habe dort Freunde getroffen und über viele Jahre, fast zehn Jahre, den ersten multiethnischen Kindergarten mit aufgebaut – auf Grundlage der Waldorfpädagogik. Angefangen haben wir in einer zusammengeschossenen Bruchbude, entstanden ist ein beeindruckender Kindergarten.

 

Du hast Dich mit der Waldorfpädagogik befasst?

Nach dem Kunststudium habe ich die Waldorflehrer-Ausbildung gemacht, habe als Kunstlehrer gearbeitet und über lange Zeit die Kunstreisen der zwölften Klassen von Waldorfschulen begleitet. Irgendwann kam dann das Spielplatzthema auf und der Wunsch, das miteinander zu verbinden. Das Sarajewo-Projekt lief immer als Schülerfahrt. Wir sind dort mit Schülern hingefahren, haben gebaut und haben gemerkt: Das ist genau das Richtige! Selbst diejenigen Jugendlichen, die vorher gesagt haben, sie wollen lieber ans Meer fahren und chillen, sind nach kurzer Zeit gefangen von dieser Tätigkeit: Endlich etwas zu machen, was unmittelbar Sinn macht! Jedes dieser Projekte war so erfolgreich, dass wir das immer weiter ausgebaut haben. Jetzt machen wir ca. 6-10 Klassenfahrten im Jahr, mit Waldorfschulen, aber auch mit anderen Schulen, mit Reformschulen, der Helene-Lange-Schule etwa oder der Montessori-Schule Potsdam. Die Jugendlichen fahren mit uns ins Ausland und bauen Räume für Kinder. Egal, ob ein Roma-Slum, ein Waisenhaus, eine Leprastation in Nepal – überall dort, wo es notwendig ist, dass Kinder ihren Raum zum Spielen bekommen. In ganz schwere Krisengebiete gehen Jugendliche natürlich nicht mit.

Die Rückbindung an das Spiel mit einfachsten Mitteln ist für alle heilsam?

Das freie Spiel ist einfach das allerwichtigste für jedes Kind. Wir arbeiten eng mit der Notfallpädagogik und der Caritas Schweiz zusammen. Beatrice Rutishauser Ramm aus der Schweiz erzählt immer beeindruckend von ihren Reisen in Krisenregionen. Sie sagt, wenn sie auf höchsttraumatisierte Kinder stößt, mit denen keine Begegnung stattfinden kann, gibt es zwei Sachen, die helfen: Musik – sie wärmt von innen und erfordert keine Aktivität – und ein sicherer, zuverlässig vorbereiteter Raum, in dem Kinder ganz allmählich wieder anfangen können, frei zu spielen. Ganz egal, ob das PET-Flaschen sind, oder Bausteine, einfach eine Umgebung, in der ein traumatisiertes Kind vertrauensvoll anfangen kann, spielerisch Kontakt mit seiner Umwelt aufzunehmen. Die Urbegegnung mit der Welt ist das Spielen! Das ist mir eine Herzensangelegenheit: Kindern diesen Raum zu geben, vor allem in Situationen, wo sie nicht geschützt sind, wo Eltern nicht in der Lage sind, zu helfen. Das realisieren unsere Auslandsprojekte mit Jugendlichen.

Mit den Flüchtlingen hat sich die Lage geändert?

Im vergangenen Jahr – das war ein Novum, und das verändert den Verein gerade – hat der Verein zum ersten Mal ein Projekt in Deutschland gemacht. Spielplätze in Deutschland zu bauen, das ist eigentlich Sache der GmbH, dachten wir immer. Aber nachdem die Flüchtlinge in großer Zahl kamen, stellt sich die Frage auch hier: Wie schaffen wir Begegnungsräume? Wir wurden gefragt, ob wir hier in unserem Ortsteil Stuttgart-Möhringen an einer Flüchtlingsunterkunft den Außenraum gestalten wollen. So haben wir einen „Viel.Platz“ geschaffen, einen Begegnungsraum für Kinder und Erwachsene, für angestammte Anwohner und Neuankömmlinge. Jetzt sind die Fragen zu uns gekommen, die wir sonst in der Ferne bearbeitet haben. Hier stellen sie sich noch einmal anders.  

Welche sind das, was ist ein „Viel.Platz“?

Wir wollten einen Begegnungsort schaffen für die Bewohner des Flüchtlingsheimes. Das Hauptproblem für diese ist ja ein Raumproblem: Die Menschen haben viel aufgegeben und finden sich dann in einer Situation wieder, die kaum Intimität zulässt, beengt ist, bedrückend ist – also eigentlich wieder in einer neuen Drucksituation. Deshalb wollten wir den Platz so gestalten, dass Möglichkeiten entstehen: Es gibt ein Backhaus mit einem professionellen Backofen aus Gusseisen, wo jetzt ein Afghane, der – wie es der Zufall so will – Pizzabäcker in Kabul war, backt. Neben dem Spielplatz für Kinder haben wir Sitzgruppen und Feuerstellen geschaffen; im Frühjahr wird mit zwei Landwirten ein Garten angelegt, ein Fußballplatz kommt hinzu. Gebaut wurde das mit Hilfe der Belegschaft der KuKuK GmbH, mit Schulklassen, Kindergartengruppen, den Bewohnern und anderen. Das Wichtigste für mich ist: Begegnung findet über das gemeinsame Tun statt. Wenn man zwanglos in ein gemeinsames Tun kommt, entsteht ein Begegnungsraum von selbst.

Wer hat das dann finanziert, die Stadt?

Nein. Wir haben Sponsoren gesucht, sind aber auf einem Großteil der Kosten sitzengeblieben – damit sind Materialkosten gemeint, nicht Lohnkosten, die waren eine Spende.

Es geht um die soziale Funktion des Ortes, aber auch um die ästhetische Atmosphäre der Umwelt, denke ich mir. Wie siehst Du das?

Ja, gerade für Leute, die mit dieser Erfahrung von Entwurzelung und Flucht zu uns kommen. Es gibt ja unverständliche Dinge auf der Welt: Wie kann es sein, dass ein Ort das Gegenteil ausströmt von dem, was er sein will? So, wie etwa die Umgebung vieler Flüchtlingsheime in Industriegebieten atmosphärisch wenig Willkommenskultur zu tun hat. Warum ist das noch nicht durchgedrungen, dass das, was man gestaltet, wirkt? Gerade auf Kinder oder Menschen in schwierigen Situationen – da ist die Umgebungsgestaltung umso wichtiger, unmittelbarer für das Wohlgefühl prägend.

Mit Bernhard Hanel sprach Silke Kirch.

Der „Viel.Platz“ in Stuttgart-Möhringen wird am 06.Mai 2016 vom Schirmherren des Projektes, Winfried Kretschmann, eingeweiht.

Weiter Information unter www.kukuk-kultur.de und im Aprilheft der Info3.

 

 

 

 

Ein Haus im Wald

Die Waldorf-Waldkindergartengruppe des Waldorfkindergartens Markgräflerland e.V. hat einen Bauwagen und damit ihr eigenes Zuhause bekommen.

Es ist der erste Freitag im November. Der Eichwald strahlt golden in seinem Herbstkleid und die warmen Strahlen der Sonne laden zum Verweilen ein. Hier und da segelt sanft ein Blatt durch den strahlend blauen Himmel auf den laubbedeckten Boden. Es ist still.

Da werden Stimmen hörbar, ein Hund bellt, ein Kind lacht, ein Motor brummt. Und dann taucht er auf: Gezogen von einem Unimog rollt und ruckelt das neue Zuhause der Kindergartengruppe „Waldfröschle“ das letzte Stück an den Siebeneichen hinauf. Hier hat die Waldgruppe des Waldorfkindergartens nun ihren neuen Stammplatz. Endlich!

Es war ein langer Weg hierher.

Nachdem im Sommer 2014 der Naturkindergarten „Zwuckelwiese“ in Britzingen die ausgeschriebenen Unterstützungsgelder der Stadt Müllheim zugesichert bekommen hatte, musste die Waldgruppe noch einige Zeit dafür kämpfen, da die vorgeschriebene Anzahl von 15 aufgenommenen Kindern mit Müllheimer Wohnsitz noch nicht erreicht war.

Die Fusion von Wald-und Waldorfpädagogik ist ein Pilotprojekt. Ihre Verfechter gehen davon aus, dass auch die Natur zu einem Raum werden kann, in dem sich die Kinder geborgen fühlen. In der Konzeption der Waldgruppe heißt es:

„Das Fehlen der räumlichen Grenzen führt die Kinder unweigerlich zu dem Erleben, dass die verlässliche Absprache in der Gemeinschaft ein notwendiger Bestandteil des Lebens ist, eröffnet aber auch die Möglichkeit, die eigenen Grenzen genau kennen zu lernen und sie mit Freude zu erweitern.“

Und darin sind sich wohl alle Eltern und Erzieher einig, dass die Natur wieder ein lebendiger Raum werden soll, in welchem sich die Kinder beheimatet fühlen.

 

Der Wald als Spielplatz liefert darüber hinaus die „natürlichen Spielmaterialien“, die in den Waldorfkindergärten bevorzugt und im Regelfall selbst gesammelt und weiterverarbeitet werden.

Seit den Fastnachtsferien treffen sich die „Waldfröschle“ nun jeden Morgen direkt am Bauwagen. Bis alle Kinder da sind, wird frei gespielt, dann geht es auf einen der Lieblingsplätze im Wald, wie den Schaukelplatz, die Wildschwein- oder Riesenschlucht. Vor Ort wird die Vesper aus dem Rucksack gefrühstückt und anschließend kann geklettert, „gearbeitet“ oder die Umgebung erkundet werden. Zusammen findet man sich zur Abschiedsgeschichte oder einem gemeinsamen Rollenspiel, um daraufhin die Rucksäcke wieder zu schultern und an den Bauwagen zurückzukehren.

 

 

 

 

Wo fängt die Autonomie des Menschen an?

Die Autonomie des individuellen Menschen ist heute zu Recht in aller Munde. Gerade wurde sie von den Zukunftsforschern Michael Pauen und Harald Welzer in einer neuen Schrift („Autonomie“, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2015) als hohes Gut des Menschen verteidigt, weil sie zu seinen wichtigsten Eigenschaften gehört und zugleich immer wieder angegriffen und missachtet wird. Wo aber fängt die Autonomie des Menschen an?

„Und jedem Anfang liegt ein Zauber inne“, heißt es in dem bekannten Gedicht Hermann Hesses. Deshalb ist die Förderung der Autonomie ein Kernelement der Pädagogik – und fängt im Grunde genommen schon in der Schwangerschaft beziehungsweise im biographischen Kontext der Eltern an. Wachse ich in einer Umgebung auf, in der Konformismus gefragt ist, oder aber die Autonomie der Individualität maßgebend ist – bildlich ausgedrückt: Fasst die Gemeinschaft, in der ich lebe, den Mythos der Vertreibung aus dem Paradies als ein Akt des Ungehorsams auf, oder als Transformation des Menschen vom Naturwesen zum Individual- und Bewusstseinswesen? Es scheint uns vor diesem Bildhintergrund noch immer zu belasten, "nackt und bloß" und getrennt von dem einstigem Zusammenhang des Garten Eden unseren Weg zu gehen. Die Scham über die Nacktheit ist zugleich die Versuchung einer permanenten Uniformierung oder der Anpassung an die Verhältnisse.

In Peter Handkes Stück „Über die Dörfer“ (Suhrkamp, Frankfurt 1981) bringt es die Prophetin Nova auf den Punkt: „Ihr seid jetzt, und Ihr seid die Gültigen. (…) Handelt danach!" Für die Pädagogik geht eine solche Stimmung u. a. der Rudolf Steiners Schrift „Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft“ (1907) aus. In auch heute noch modernster Arte wird darauf hingewiesen, dass es in der Erziehung nicht um Programme und Forderungen geht, sondern um die Wahrnehmung dessen, was für das Kind unmittelbar gefordert ist.

Das möchten zwar alle gerne, doch türmen sich mächtige Hindernisse auf, die in uns selber liegen und uns daran hindern, eine der Situation angemessenen Intuition zu finden – aufgrund exakter Wahrnehmung und selbständigen Denkens. Nein, nur allzu oft verfallen wir aus liebevoller Sympathie oder aus den besten Idealen in einen so oder so gearteten Konformismus. Eigentlich ganz unbeabsichtigt werden wir zu Vertretern von Programmen und Vorstellungen, die längst das außerhalb der Wahrnehmung des Kindes liegen. Denn wie sieht es in diesem Fall mit der eigenen Autonomie aus?

Nehmen wir für die Transformation der Gesellschaft die Pädagogik als Maßstab, dann stellt sich die Frage: Welches Bild vom Menschen habe ich mir erworben? Wie gehe ich mit meinen Unzulänglichkeiten und der Scham darüber um? Wo nutze ich ganz konkret die Selbstentwicklung als Basis der Pädagogik? Denn nur wenn „Ich bin“ und mich orientieren kann in der verzwickten Gegenwartslage als Individuum, dann kann das Kind werden. Der Begriff von Autonomie als zum Menschen notwendig gehörende Grundvoraussetzung darf nicht länger abstrakt bleiben. Heute sind wir im Sinne Handkes und der Prophetin in seinem Stück gefordert, die Autonomie zu leben und nicht das Urteil über Gelingen und Nicht-Gelingen aus der jeweiligen Vorstellung oder Intention heraus zu fällen, sondern aus der nachträglichen Beobachtung seiner Wirkung auf der unmittelbaren Handlungsebene.

„Das wichtigste“, so Gerald Hüther, „ist heute die Beziehung.“ „Mit der Geburt bringt jedes Kind zwei Urerfahrungen mit: Verbundenheit und Über-sich-hinaus-wachsen, damit auch zwei Bedürfnisse, die sich zeigen als Beziehungswille und Gestaltungswille. In jedem lebt dies als permanente Sehnsucht, als Heimweh und Fernweh. Wir müssen den Rahmen schaffen, in dem sich ereignen kann, was wir uns wünschen, was wir brauchen. Wir brauchen eine Potentialentfaltungskultur. Wir müssen die Menschen einladen, ermutigen, inspirieren.“

In diesem Sinne will der Kleinkind-Kongress vom 25. bis 28. Mai 2016 im Goetheanum eine Art Schulterschluss rund um das werdende und sich entwickelnde Leben des kleinen Kindes und damit auch zugunsten des Erhalts der Erde leisten. Da das „kleine Kind“ durch die heutige gesellschaftliche Forderungen nach früher Institutionalisierung in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten ist, können wir dies als eine Chance nutzen, um die „Würde des Kindes“ als wichtigste Voraussetzung des Menschseins zu erkennen und zu leben.

 

„Wenn ICH BIN, kannst du werden“ – Internationaler Kleinkind-Kongress am Goetheanum vom  25. bis 28. Mai 2016:

Mit welcher inneren Haltung und Handlungsbereitschaft begleiten wir die Kinder von Geburt an? Umgebungsgestaltung, Erziehung und Pflege in den ersten drei Lebensjahren

Eltern, Hebammen, Tageseltern, Eltern-Kind-Gruppen-Leiterinnen, Krippenpädagoginnen, Ärzte und Therapeuten sind heute vielfältig mit dieser Frage befasst und suchen nach menschenkundlichen Erkenntnissen für ihr Handeln. Wie kommen wir gemeinsam aus der Beobachtung des Kindes zu „moralischen Intuitionen“, was „das Beste ist“ vor Ort und in den jeweiligen Lebenssituationen? Wie entwickeln wir die dafür nötige „moralische Phantasie“, damit wir unsere Intuitionen auch realisieren können?

Wir freuen uns über jeden, der mit uns an diesen Fragen arbeiten will und laden sehr herzlich ins Goetheanum ein.

Für die Vorbereitung:  
Claudia Grah-Wittich (Arbeitskreis kleines Kind)

Dr. med. Michaela Glöckler (Medizinische Sektion am Goetheanum)

 

 

 

 

Waldorfkindergartenseminar in Hannover AZAV-zertifiziert

Neben einer staatlichen anerkannten Erzieherausbildung brauchen MitarbeiterInnen in Waldorfkindergärten eine zusätzliche Qualifikation.

Der Weg zum Ausbildungsziel Waldorferzieher/erzieherin ist damit lang und erfordert hohen persönlichen Einsatz. In den berufsbegleitenden Seminaren bilden sich in großer Zahl Kolleginnen und Kollegen fort, die gleichzeitig bereits eine Vollbeschäftigung im Waldorfkindergarten haben. Ein zusätzliches Problem für die Teilnehmer, aber auch die Träger der Waldorfkindergärten, sind die anfallenden Fortbildungskosten.

Um zumindest an dieser Stelle den Weg in die Ausbildung zu erleichtern, hat das Waldorfkindergartenseminar in Hannover mit Unterstützung der Region Niedersachsen/Bremen sein Qualitätsmanagement zertifizieren lassen.
Mit Erfolg!

Durch die Zertifizierung ist das Seminar als Träger nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) anerkannt.

Teilnehmer/innen der berufsqualifizierenden Weiterbildung zur Waldorferzieherin (m/w) und weiterer Fortbildungen werden dadurch in die Lage versetzt, eine Finanzierung der Ausbildungskosten über die Arbeitsagentur für Arbeit zu realisieren. Dies soll den Trägern von Waldorfkindergärten erleichtern, Ihr Personal berufsspezifisch ausbilden zu lassen und die Qualitätsoffensive der Vereinigung der Waldorfkindergärten unterstützen.

Interessant sind die Erfahrungen, die das Seminar und die Kindergärten in der Anlaufzeit sammeln. So zeigt sich, dass die Arbeitsagenturen ohne große Komplikationen bereit sind, den sogenannten Modulkurs zu fördern. Dieser Kurs findet in Blockwochen in der Arbeitszeit der Teilnehmer statt. Schwieriger hingegen ist die Kostenübernahme bei Abend- und Wochenendveranstaltungen. Die Erfahrung scheint zu zeigen, dass geringere Belastung und ein erfolgreicher Abschluss der Fördermaßnahme sich bedingen. Wie sich diese Erfahrungen nun auf die Gestaltung der Ausbildung im Seminar auswirken, bleibt abzuwarten.

Das Zertifikat wurde dem Seminar im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit Gästen aus der Region, dem stellv. Stadtteilbürgermeister, einem Arbeitsamtsvertreter und dem Vorstand der Vereinigung der Waldorfkindergärten übergeben.

Neben der grundständigen Weiterbildung zum/zur Waldorferzieher/erzieherin, sind auch die Kleinkindfortbildung, die Fortbildung zur kollegialen Leitung und die neu konzipierte Hortfortbildung zertifiziert. Auch für diese Maßnahmen können durch die Kindergärten Zuschüsse beantragt werden.

Informationen und Kontakt: www.erzieherseminar.net .

 

 

 

 

BILDUNGSKONGRESS 2016 - "Kinder brauchen Zeit - Erwachsene auch"

Wie schnell muss das Rad sich drehen? Wieviel Zeit haben wir? Vom 15. bis 17. Januar 2016 tagte in Stuttgart der diesjährige Bildungskongress zum Thema „Kinder brauchen Zeit – Erwachsene auch“. Wie können Kinder, Jugendliche und Erziehende den spirituellen Umgang mit der Zeit erlernen? Ein Bericht von Dagmar Scharfenberg.

Der Bahnhofsuhr am Stuttgarter Hauptbahnhof fehlen die Zeiger – dies ist der erste Eindruck, den ich mitnehme, als ich mein Zeitfenster für den Bildungskongress 2016 öffne. Mit ca. 560 weiteren Teilnehmenden nehme ich mir die Zeit, auf der Stuttgarter Uhlandshöhe in die vielfältige Veranstaltung zum Thema „Zeit“ einzutauchen. Anregende Vorträge aus verschiedenen Blickrichtungen - 4 Seminareinheiten in gerade mal 39 Stunden erwarten mich. Ein prall gefülltes Zeitgeschenk!

Wolfgang Held stimmt scheinbar versöhnlich. „Wie wir mit der Zeit heute Freundschaft schließen“ – so der Titel seines Vortrags. Sind wir Opfer oder Gestalter der Zeit? Das Leben trägt in sich den Charakter der Beschleunigung. Herr Held spricht vom richtungslosen „Schwirren“ und sieht darin unsere Teilhabe am Gegenwärtigen. Das Leben wird situativer. Moderne Biografien haben keine Linie mehr, sie sind ein Panorama. Zeitmanagement steht der Liebe zur Welt entgegen. Wenn wir lieben, verankern wir uns in der Zeit. Liebe ist die Medizin der Entschleunigung. Dann verbinden wir uns mit dem Herzen, wir begeben uns freiwillig in Abhängigkeit. Diese Freiheit ist nicht Entbindung und Entbettung sondern Einbindung und Einbettung. Nach dem Jahrhundert der Globalisierung des Wirtschaftslebens folgt nun das Jahrhundert der Globalisierung des Geisteslebens. Herr Held fordert uns auf, an den tieferen Fragen der Welt wach zu werden!

Die Referentin Ursula Grünewald wirft einen wissenschaftlich fokussierten Blick auf  die menschliche Entwicklung und Reifung und das Bestehen im Leistungswettbewerb, verblüfft mit statistischen Werten und begeistert durch die Klarheit ihrer Aussagen. Da weht ein anderer Geist herein.

Johannes Greiner bringt uns die Zeit musikalisch näher. Wir dürfen Werken von Chopin, Glass, Liszt und anderen Komponisten lauschen und unsere Gefühle wahrnehmen, während Herr Greiner die Noten der Musikstücke vom Blatt in die Sphäre der Klänge und Töne transportiert und die „Zeit“ in Dauer und Entwicklung erklingen lässt. Dabei nimmt er uns zwischen den verschiedenen Musikstücken immer wieder in bewusste Denkprozesse hinein.

In seinem den Kongress abschließender Vortrag „Jugend zwischen Stress und Langeweile – Schule und Freizeitindustrie“ vermittelt Johannes Greiner uns Erziehenden, dass die Schatten, die unsere Gegenwart prägen, ursächlich von einem starken Licht ausgehen, welches in die Welt kommen will. Wir verlieren zunehmend den festen Boden und müssen schwimmen lernen. Um nicht unter zu gehen, ist mein Ich gefragt. Pluralität oder andere Meinungen werden akzeptiert, aber keine Unwahrhaftigkeit! Im Schatten liegt, was verwandelt werden muss. Wir schaffen die Zeit mit und sind verantwortlich, wenn Kinder nicht mehr individuell angeschaut werden und die Schattenseiten der Globalisierung im Bildungswesen Raum greifen.

Als ich wieder eintauche in die Echtzeit, fühle ich mich tief verbunden mit der Welt und angeschlossen an die Zukunft. Da macht es gar nichts, dass die Zeiger der Stuttgarter Bahnhofsuhr immer noch fehlen ...

Dagmar Scharfenberg

 

 

 

 

Flickwerk oder Kunstwerk? Ein neues Buch über den Sozialorganismus "Patchworkfamilie"

Patchwork, das ist die teilweise Verwertung von Material, das in seiner ursprünglichen Funktion nicht mehr verwendbar ist und hatte auf Familie bezogen schon immer einen ambivalenten Beigeschmack – ist das Flickwerk oder wird aus diversen Einzelteilen eine neue Gesamtkomposition? Die Familientherapeutin Renate Hasselberg hat zusammen mit Jens Heisterkamp ein Buch zum Thema geschrieben.

Flick- oder Kunstwerk – auf Familienkonstellationen angewendet umfasst Patchwork genau dieses Spannungsfeld und ist heute mehr denn je eine Lebensform, die ein hohes Maß an Bewusstheit voraussetzt: Was bunt zusammengewürfelt wird, kann ein stimmiges Muster ergeben, aber das ist mit dem Material erst einmal nicht gegeben. „Patchwork braucht viel, viel mehr Sorgfalt, Achtsamkeit und Einsatz als eine Erstbeziehung.“ Das gilt insbesondere für die Gestaltung der Beziehung zu den Kindern, die einer der Partner oder beide in die neue Beziehung einbringen. Wohltuend klarsichtig formulieren die Autoren die Basis des Beziehungsgeflechts: Am Anfang von Patchwork steht die neue Partnerschaft zweier erwachsener Menschen; es ist nicht davon auszugehen, dass diese Verbindung auch für die Kinder konsenfähig ist.  Diese nüchterne Betrachtung verdeutlicht, wie groß das Konfliktpotenzial in Patchworkfamilien sein kann und wie viel Verantwortungsbewusstsein Erwachsene mitbringen müssen, damit das Miteinander gelingt. Das Wohl der Kinder hat höchste Priorität – nur wenn ihre Gefühle und Bedürfnisse wahrgenommen und berücksichtigt werden, so die Autoren, könne Patchwork auch von ihnen als durchaus bereichernder Beziehungszuwachs erlebt werden. Umgekehrt kann Patchwork für Kinder eine immense Belastung darstellen, die existenzielle Ausmaße annehmen kann – etwa dann, wenn das neue „Elternpaar“ sich gegen das Kind solidarisiert. Patchwork als Thema buchstabiert soziale Tugenden, die wir alle im Zusammenleben brauchen und ist eine Art Lackmustest für unsere Beziehungsfähigkeit. „Kreative Antworten auf die so unterschiedlichen Anforderungen einer Patchwork-Familie entwickeln zu können, das ist, wenn es gelingt, nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Zugewinn an sozialer Sensibilität und Humanität für die ganze Gesellschaft.“

Haben Patchworkfamilien Modellcharakter für das Zusammenleben neuer Generationen? – ein Frage die Hasselberg und Heisterkamp mehrfach umspielen und im Kontext der Zeitgeschichte erörtern. Historisch betrachtet ist die moderne Kleinfamilie längst nicht mehr die einzige Basis für Fürsorge und Erziehung eigener oder adoptierter Kinder. Die Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, gelten grundsätzlich für alle Menschen, gleich welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung Menschen haben; daraus haben sich vielfältige Formen des Miteinanders ergeben. Die Reproduktionsmedizin hat ihrerseits Weichen für diese Entwicklung gestellt.  Deshalb ist Familie heute, wie die Autoren betonen, weitaus mehr eine soziale denn eine leiblich gebundene Lebensform und als solche setzt sie ein hohes Maß an verantwortungsvoller Entscheidungsfähigkeit voraus. Patchworkfamilien entstehen aus Wahlfreiheit, sie sind ein bewusst gewolltes Alternativmodell zur traditionellen Kleinfamilie. Das ist historisch neu.

Fallbeispiele und Leitsätze, textlich hervorgehoben, durchziehen das schmale Bändchen – das Layout selbst wirkt wie eine Spielart von Patchwork und verarbeitet teils schwere Kost im kleinteiligen Miteinander, in dem sich die einzelnen Teile ohne Anspruch auf Vollständigkeit wechselseitig befruchten und erhellen. Das ist überaus anschlussfähig für die Leser und bildet eine zentrale Botschaft des Textes auch formal ab: Patchwork kann durchaus ein Gewinn sein, mehr als die Summe seiner Teile, eine neue Gestalt, die bereichernd sein kann. Die Lektüre ist es auf eine unkomplizierte Art allemal. red./sk

Renate Hasselberg mit Jens Heisterkamp: Entwicklungschance Patchwork. Wahlfamilien auf dem Weg zu neuen Beziehungsfähigkeiten. Info3-Verlag 2016.

 

 

 

 

NACHRICHTEN

Der Kitabesuch kann für Kinder unter drei Jahren problematisch sein, muss es aber nicht, sagt Maximilian Buchka, Professor für Kindheitspädagogik an der Alanus-Hochschule, im Interview. Wichtig sei eine angemessene Schulung der Erzieherinnnen: „Unsere Leute sind gut ausgebildet.“  mehr »

 

 

Geschlechterrollen durchbrechen geht leider immer noch so: Rosa Becher für Jungs, hellblaue für Mädchen – wenn eine Bohrmaschine zum Einsatz kommt, dann liegt sie in der Hand der Kita-Leiterin, nicht in der des Praktikanten. Über den sensiblen Umgang mit dem Thema Geschlechtergleichstellung im Kindergarten – ein Bericht von Maike Strietholt.

Variabel, fantasievoll, grenzenlos – spannend, lehrreich herausfordernd: In der Schweiz proben Erzieherinnen und Kinder dreier Kindertagesstätten in einem Modellprojekt die Kinderbetreuung ohne Spielzeug und machen dabei gute Erfahrungen.
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Alleine mit dem Kind zu Hause – halten wir das überhaupt aus? Können wir Erziehungsarbeit jenseits pädagogischer Diskurse und dem Ringen um „Vereinbarkeitsleistungen“ leisten? Was brauchen wir dazu? Über die Gestaltung von Denk- und Lebensräumen mit kleinen Kindern schreibt Bettina Hellebrand.
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Gute Ernährung beginnt mit dem Schmecken und Riechen – Vorlieben werden uns in die Wiege gelegt. Schwierig sei es, schlechte Gewohnheiten später wieder abzulegen, so Sarah Wiener, die sich seit geraumer Zeit mit der von ihr gegründeten Sarah-Wiener-Stiftung für gesundes Essen an Schulen und Kindergärten einsetzt.
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Pränataldiagnostik und/oder Inklusion? Anna Brüggemann über die Liebe zu ihrer mehrfach behinderten Zwillingsschwester: „Wir werden nicht mehr wissen, was uns fehlt. Aber wir verlieren das, wofür es sich zu leben lohnt.“
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Welche Wirkung hat eine betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung auf die Eltern? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) fand heraus, dass Betriebskindergärten die Lebensqualität von Müttern verbessert, nicht aber die von Vätern.
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Muslimische Eltern wünschen sich zuweilen Kindertagesstätten, die eine religiöse Erziehung nicht ausschließen. Ein gemeinsamer Nenner mit anderen Eltern lässt sich in der Regel leicht finden – mit einer interreligiös ausgerichteten Konzeption.
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Eine Initiative in Witten baut die im Januar auf dem Gelände des Instituts für Waldorfpädagogik abgebrannten Flüchtlingsunterkünfte wieder auf – unter geänderten Vorzeichen. Zukünftig sollen Flüchtlinge und Studenten unter einem Dach wohnen können, auch Gästezimmer wird es geben. mehr »

 

 

Zu seinem 155. Geburtstag Ende Februar widmete die Augsburger Allgemeine Zeitung Rudolf Steiner, dem „Vater der Waldorfpädagogik“, einen Beitrag.
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Vollzeit berufstätige Mütter kümmern sich weitaus mehr um Kinder und Haushalt als Vollzeit berufstätige Männer. Insgesamt leisten Frauen viermal so viel Fürsorgearbeit wie Männer. Der Equal-Care-Day möchte daran erinnern und mahnt eine Revision an.
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Die Stadt Künzelsau hat vor einigen Jahren als eine der ersten Städte Deutschlands kostenlose Kindergartenplätze eingerichtet. Nun hat ein Gericht entschieden: Was für alle gilt, muss auch für Eltern gelten, die ihr Kind in einem Waldorfkindergarten betreuen lassen.
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Emotionale Anstrengung ist noch lange kein Trauma, kann aber traumatische Wirkung zeitigen. Wo die Trennlinie verläuft und was zu beachten ist, erörtert der Familientherapeut Jesper Juul in seiner wöchentlichen Kolumne.   mehr

 

 

 

 

VERANSTALTUNGEN

GOETHEANUM
Ausstellung "Rudolf Steiner Bilder" bis 08.07.2016

Fotografie, Skulptur, Comicfigur – mit einer Ausstellung am Goetheanum wird das Bild Rudolf Steiners befragt. Wer war er, ist er, kann er sein? Die von Johannes Nilo kuratierte Ausstellung ist bis zum o8. Juli 2016 in der Bibliothek des Goetheanums zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag und Freitag jeweils 14–19 Uhr. mehr

27. SOMMERAKADEMIE ALFTER
24. Juli bis 20. August
in den Ateliers der ALANUS HOCHSCHULE FÜR KUNST UND GESELLSCHAFT

Vom 24. Juli bis zum 20. August öffnen die Ateliers und Werkstätten am Johannishof, Campus I der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, ihre Pforten für die 27. Sommerakademie Alfter. Es lockt ein breites Kursangebot für Jung und Alt. Die Kursteilnahme ist in NRW als Weiterbildung anerkannt. Der Veranstalter, Alanus Forum e.V., stellt wie in den vergangenen Jahren Mittel für einen Stipendienfonds zur Verfügung, um künstlerische Arbeit zu fördern. Unterstützt werden insbesondere WaldorfpädagogInnen.
Kontakt: kommunikation@sommerakademie-alfter.de www.sommerakademie-alfter.de

 

GOETHEANUM/DORNACH, Schweiz
Welt-Heileurythmie-Konferenz 16.-21.05. 2016

Die Kunst des Heilens auf der Grundlage der Wissenschaft des Lebendigen

Vom 16. – 21.05.2016 tagt in Dornach die zweite Welt-Heileurythmie-Konferenz – „im Bemühen um methodische Vertiefung nach innen und professionelle Verantwortung der Heil-Eurythmie nach außen“. Information, Programm, Anmeldung

 

MEDIZINISCHE SEKTION/GOETHEANUM, DORNACH, Schweiz
KLEINKINDKONGRESS

25.-28.05.2016

Die Medizinische Sektion am Goetheanum in Dornach veranstaltet in Kooperation mit der Vereinigung der Waldorfkindergärten einen Internationalen Kleinkindkongress unter dem Titel „Wenn ICH BIN, kannst DU werden: Die innere Haltung der Erwachsenen in der Begleitung“. Eingeladen sind Eltern, Hebammen, Tageseltern, Krippenpädagoginnen, Ärzte und Therapeuten und andere Interessierte. Information und Anmeldung

 

SAVE THE DATE!
VEREINIGUNG DER WALDORFKINDERGÄRTEN/HANNOVER, Maschsee
Zum 100. Geburtstag von HELMUT VON KÜGELGEN 19.11.2016

Helmut von Kügelgen, Gründer des weltweiten Zusammenschlusses aller Waldorfkindergärten wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass lädt die Vereinigung der Waldorfkindergärten für den 19.11.2016 zum Symposium in den Räumen der Waldorfschule Hannover/Maschsee.

 

 

 

LESETIPPS

DIE ABSCHAFFUNG DER MUTTER

Wann ist eine Mutter Mutter? Ist Mutterschaft eine exotische Teilzeitbeschäftigung hochqualifizierter Frauen? Gegen die zunehmende Bevormundung von Müttern durch Politik und Gesellschaft wehren sich die Autorinnen mit ihrem jüngsten Buch. Alina Bronsky und Denise Wilk: "Die Abschaffung der Mutter. Kontrolliert, manipuliert und abkassiert – warum es so nicht weitergehen darf." DVA, München. 256 Seiten, 17,99 €
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DIE VERKAUFTE MUTTER

21 Erfahrungsberichte und Selbstportraits von Müttern unterschiedlicher Lebensalter und sozialer Herkunft versammelt der von Sabine Mänken, Bettina Hellebrand und Gabriele Abel herausgegebene Band „Die verkaufte Mutter“. Ute Hallaschka hat ihn für die erziehungskunst rezensiert. Gabriele Abel, Bettina Hellebrand und Sabine Mänken (Hrsg.): Die verkaufte Mutter. 21 Erfahrungsberichte zur Freiheit der modernen Frau, brosch., 100 S., EUR 14,90, Quell-Verlag, Frankfurt am Main 2015
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FLICKWERK ODER KUNSTWERK?

Patchwork, das ist die Verwertung von Material, das in seiner ursprünglichen Funktion nicht mehr verwendbar ist. Der Begriff hatte auf Familie bezogen schon immer einen ambivalenten Beigeschmack – ist das Flickwerk oder wird aus diversen Einzelteilen eine neue Gesamtkomposition? ENTWICKLUNGSCHANCE PATCHWORK. Wahlfamilien auf dem Weg zu neuen Beziehungsfähigkeiten. Renate Hölzer-Hasselberg mit Jens Heisterkamp: Entwicklungschance Patchwork. Info3-Verlag 2016, 110 Seiten, € 12  
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