Unser aktueller Spendenaufruf

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Ende des vergangenen Jahres hat die Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. unter Mitwirkung von Dr. Michaela Glöckler und Prof. Dr. Manfred Spitzer und anderen Experten eine Petition gestartet, die entgegen den im „Digital-Pakt“ von Bundesministerin Johanna Wanka sowie Bundesministerin Manuela Schwesig avisierten Änderungen zu konstruktiven Bildungsinvestitionen im Bereich der Elementarpädagogik aufruft. Die Petition wurde bislang mehr als 25.000 Mal unterzeichnet und ist zu finden über https://www.openpetition.de/petition/online/digital-kita-nein-ja-zu-konstruktiven-bildungsinvestitionen .

Bitte helfen Sie uns bei der Verbreitung der Petition und unterstützen Sie uns nach Möglichkeit auch finanziell.

Aktuelle Pressemitteilung zum Download

Wenn Sie über ein PayPal-Konto verfügen, können Sie unter nachfolgendem Link online spenden. Ansonsten freuen wir uns über Ihre Spende über unsere Bankverbindung!

Vereinigung der Waldorfkindergärten
    Bank für Sozialwirtschaft Stuttgart
    IBAN: DE02 6012 0500 0007 7077 00



Digital-Kita? – Nein!

Entwicklungsräume und Bildungsinvestitionen -  Ja!

Die Unterzeichner dieses Aufrufs sind um die gesunde Entwicklung der nachkommenden Generationen besorgt. Sie möchten sich für konstruktive Bildungsinvestitionen einsetzen und ein Netzwerk gegen die Digitalisierung in Kinderzimmern, Kitas, Kinderkrippen, Kindergärten und im Vorschulbereich aufbauen. Es geht uns nicht um Technologie-Feindlichkeit – es geht uns vielmehr um den Schutz des Entwicklungsraums Kindheit, um das Kindeswohl, das Menschenrecht auf Kindheit, damit Jugendliche und Erwachsene kompetente Nutzer von Technologie werden.

Ein Drittel aller Einjährigen in den USA haben Umgang mit dem Computer, bevor sie laufen oder sprechen können. In Deutschland verbringen bereits 70 Prozent der 2- bis 5-Jährigen eine halbe Stunde täglich mit einem Smartphone. Die am häufigsten von 6-Jährigen in Deutschland verwendete App ist Facebook. Alle Vorschulkinder schauen fern, oft weit über eine Stunde am Tag.

Die Haltung vieler Erwachsener scheint sich durchzusetzen, dass die frühe Gewöhnung an das digitale Zeitalter unvermeidlich ist, zumal sich namhafte Bildungspolitiker mit hohen Investitionen in diesem Bereich profilieren. Umso erschreckender ist es, in welchem Ausmaß die Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Informationstechnik außer Acht gelassen werden, die umso ausgeprägter sind, je jünger das Kind ist. Dies liegt daran, dass das Gehirn umso plastischer ist, je jünger ein Mensch ist und deshalb viel empfindlicher für Fehlstimulationen und störende Einflüsse.

Daher lohnen sich konstruktive, gesundheitsfördernde, nicht digitale Bildungsinvestitionen in der Kita am meisten, in der Schule noch recht gut und danach deutlich weniger. Fingerspiele zum Beispiel fördern mathematische Fähigkeiten und die Entwicklung des Frontalhirns, der Umgang mit Tablet-Computern hingegen nicht. Denn geistige Leistungen werden von Gehirnarealen erbracht, die ihre Signale aus den aktivierten sensorischen und motorischen Arealen empfangen.

Was sind konstruktive Bildungsinvestitionen?

Es gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen aus der Gehirnforschung der vergangenen Jahrzehnte, dass Kinder Geschicklichkeit, Laufen, Sprechen und Denken am besten durch Eigenaktivität lernen  – durch Versuch und Irrtum, durch freies Spielen, durch Nachahmung im direkten Kontakt mit anderen.

Gehirne machen keine Downloads. Sie ändern sich durch ihre aktive Nutzung durch Beobachten, Entdecken, Untersuchen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken, Mit- und Einfühlen, Denken, Sprechen, Handeln: Alles, was ein Mensch tut, und vor allem wie eigenständig er es tut, aktiviert das Gehirn Gehirns und entwickelt es täglich weiter.

Gerade deswegen ist es so wichtig, in Kindheit und Jugend auf eine breite Bildung zu setzen, und insbesondere die Sensorik und Motorik zu fördern. Denn nichts ist ungeeigneter zum Training sensorischer und motorischer Gehirnareale als das Wischen mit der immer gleichen Bewegung über eine Glasoberfläche ohne jegliche sensorische Differenziertheit.

Auch die soziale Kompetenz wird nicht am Tablet geschult, sondern durch direkten Umgang mit anderen Menschen, von denen jeder einmalig ist und nicht programmierbar.

Die negativen Folgen einer zu frühen Gewöhnung an digitale Medien sind wissenschaftlich längst erwiesen und dokumentiert. Es sind dies Sprachstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, schlechtere Noten im Lesen und Schreiben, Empathieverlust, soziale Anpassungsschwierigkeiten und Neigung zu kriminellem Verhalten, Angst etwas zu verpassen, Suchtverhalten und Übergewicht.

Demgegenüber gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Erkenntnisse, die den  fraglichen Nutzen frühen Medienkonsums belegen können.  Hier begegnet man vielmehr Behauptungen und Wunschvorstellungen seitens der Industrie und williger Politiker. Bitte lesen Sie dazu die Studien auf der  Volltextversion dieses Aufrufs auf unserer website: http://www.waldorfkindergarten.de/aktuelles/aufruf-digital-kita.html

Wir danken jedem engagierten Mitglied der Zivilgesellschaft, jedem Experten, jeder Einrichtung, die diesen Aufruf unterstützt. Je mehr wir sind, je nachdrücklicher können wir unsere Stellungnahme den verantwortlichen Bildungspolitikern zuleiten.