Newsletter Juni 2022

Dreikönigstreffen 2022 im Anthroposophischen Zentrum/Kassel 21. – 22. Januar 2022

 

Knapp dreißig Teilnehmer:innen hatten sich auf den Weg zum diesjährigen Dreikönigstreffen gemacht. Rückblickend meinte eine Teilnehmerin: „Das war ein guter Griff, den thematischen Rahmen für das Sternenthema Freude und Vertrauen in Veränderungsprozesse(n) unserer Bildungsreferentin Elke Rüpke anzuvertrauen, so konnten wir sie alle einmal in Aktion kennenlernen.“

Während ihres Vortrags gab Frau Rüpke Gelegenheit für die Verarbeitung der Impulse durch persönlichen Austausch in „Murmelrunden“.

In den Arbeitseinheiten der Arbeitsfelder entwickelten die Fachkreise die Thematik für den Transfer in die Kindergärten weiter. Beispielsweise wurde in einem Arbeitsfeld geplant, zur Stabilisierung von Vertrauen und Freude an dem Aufsatz Steiners Nervosität und Ichheit in einem für alle Interessierten offenen Onlineformat seminaristisch zu arbeiten.

Anstelle einer Interpretation, was die im Titel enthaltenen „Veränderungsprozesse“ aktuell für jede:n Einzelne:n oder auch die Vereinigung der Waldorfkindergärten bedeuten, wurde das Thema Freude und Vertrauen mit dem aktuellen Zeitgeschehen über folgenden Spruch verbunden:

 

In Zeiten, in denen Niedergangskräfte dominieren,
Kommt es auf den ganzen Menschen an.
Auf den Entschluss,
Nicht mit dem Strom und nicht gegen den Strom zu schwimmen,
sondern Neuland zu schaffen,
in sich selbst und in seinem Wirkungskreis.

Annie Heuser (1896–1962), Leiterin des pädagogischen Seminars am Goetheanum

 

Der Sinn des Dreikönigstreffens ist, sich dem gemeinsamen Leitstern für die Vereinigung der Waldorfkindergärten anzuvertrauen und den pädagogischen Arbeitsfeldern Gelegenheit für die vernetzte Zusammenarbeit zu geben. Spürbar wird – erfreulicherweise – mehr und mehr der wachsende Arbeitsfeld-übergreifende Austausch der Fachberater:innen (Arbeitsfeld Praxis) und der Dozenten:innen der Aus- und Weiterbildungsstätten (Arbeitsfeld Bildung). Freitagabend war Gelegenheit für alle Arbeitsfelder, gemeinsam die Aufgaben des Arbeitsfeldes Geisteswissenschaftliche Grundlagen und Forschung kennenzulernen und in Kleingruppen mehrperspektivisch die Inhalte zu diskutieren und mit den gemeinsamen Anliegen und Aufgaben zu erkennen und zu verbinden.

Die Freude der Begegnung steigerte sich auch durch maskiertes Singen der Ode an die Freude und verhalf dazu, auf Abstand virusfreie „Götterfunken“ freizusetzen. Und: Die Begegnung trotz erschwerter Bedingungen hilft, auf das beständige Wachstum der inneren Impulse der Waldorfkindergartenbewegung zu vertrauen, da wir sie im persönlichen Austausch mit unseren Weggefährten auf der Suche nach dem Leitstern am besten spüren können.

 

Margarete Kaiser
Mitglied im Koordinationskreis
(Arbeitsfeld Geisteswissenschaftliche Grundlagen und Forschung)

Pfingsttagung 2022 in Hannover, Maschsee

„Wir müssen Dörfer bauen“

Nach vier Jahren (Corona und Weltkindergartentagung in Dornach) wieder Pfingsttagung in Hannover! Es war eine frische und fröhliche Stimmung auf dem Schulgelände der Waldorfschule am Maschsee, als am Pfingstsamstag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ankamen.

Von der Träumenden Seele und dem schlafenden Geist des Kindes. Der Zauber des Erwachens und die Kunst des Erweckens lautete der Titel der Tagung. In seminaristischen und künstlerischen Arbeitsgruppen und bei fünf Vorträgen versuchten wir dem Zauber und der Kunst in der Pädagogik näherzukommen. Im Zentrum stand der elfte Vortrag der Allgemeinen Menschenkunde Rudolf Steiners, und damit waren wir „bei der zentralen Frage der Kindergartenpädagogik angekommen“, wie Phillip Reubke es ausdrückte. Warum machen wir unsere Pädagogik in der Weise, wie wir es tun, und welche Auswirkungen hat es auf die Gesundheit der Kinder?

In guter Tradition führte uns Marcel de Leuw aus Holland in Steiners Menschenkunde und den elften Vortrag ein, wo wir den Leib mit Seele und Geist zusammendenken und besonders berücksichtigen müssen, dass die Konstitution des kleinen Kindes hier noch eine ganz andere ist als die des Erwachsenen.

Daran schloss Phillip Reubke von der pädagogischen Sektion in Dornach mit seinen Gedanken an: Der Genius der Erziehung – die Aufgabe der Willensbildung. Sehr praxisbezogen bewegte er die Frage, wie wir das Kind dabei unterstützen können, sich in seinem Leib zu beheimaten. „Wir müssen uns dem Gliedmaßenmenschen zuwenden“, tätig und nachahmenswert in der Arbeit leben. „Das Kind wohnt ganz in uns, lebt in uns“, will im Nachahmen die Welt ergreifen. Wir müssen tätig sein! Lautet Phillip Reubkes Apell – und unsere Tätigkeiten im Kindergarten neu denken, prozesshafter und projektbezogen.

Der Kinderarzt Georg Soldner von der medizinischen Sektion am Goetheanum/Dornach stellte in seinem Vortrag die Frage, was entscheidend für unsere Beziehung zu dem Kind sei: „Der Genius der Beziehung – die Entwicklung des kleinen Kindes“. Er eröffnete, indem er das Thema in einen religiös-spirituellen Kontext stellte: die Pfingstgeschichte im Lukasevangelium. Soldner schlug den Bogen von Petrus, der nach dem Pfingstereignis einem Gelähmten, der vor dem Tempel kauerte, seine Vitalität wiedergab, zu der Frage: wie es uns gelingen kann, dass sich die Kinder ihren „Tempel“ (Bild für den Leib) erbauen, ihn ergreifen können und zugleich Platz in „unserem“ Tempel finden. Waldorfpädagogik habe das erste Ziel, der Gesundheit des Kindes förderlich zu sein. Was bedeutet Gesundheit und welche Bedingungen braucht das Kind für seine gesunde Entwicklung? In beeindruckender Wiese hat Soldner, unterlegt von zahlreichen Studien, den Zuhörer:innen die Bedeutung der Natur als heilsamen Faktor vor Augen geführt. Waldboden, Sonne, Wiesen und die Möglichkeit zu explorieren: Natur als „heilende Erzieherin“. Ein gesunder Rhythmus von Geborgenheit und der Möglichkeit, frei in der Natur zu sein.
 

Zur Vertiefung des zentralen Themas des elften Vortrags – das allmähliche Erwachen des „schlafenden Kopfgeistes“ des Kindes – führte uns Georg Soldner die Entwicklungsgesetze der embryonalen Hüllen vor Augen. Mit der physischen Geburt sei eben nur „ein Teil“ des Kindes geboren. Sie blieben noch sehr innig mit den Eltern, besonders mit der Mutter, verbunden. Hier bestehe noch eine verkörperte Verbindung. Die Aufgabe für die Familien und Einrichtungen sei: dem Kind die Hüllen zu geben, die es für seine gesunde Entwicklung brauche. Dem pädagogischen Gesetz von Rudolf Steiner gemäß müssten wir die Stimmung erzeugen, in der der Ätherleib des Kindes „anfangen kann zu blühen“ und Zeit hat, bis zur Schulreife in Ruhe seine Arbeit im Kind zu tun.
 

Die Anwesenheit des weiblichen und männlichen Elementes in der Erziehung sei für die Kinder bedeutsam. Darunter versteht Soldner die Fähigkeit, die wir (unabhängig von unserem biologischen Geschlecht) im pädagogischen Alltag entwickeln sollen, um dem Kind die Polarität von Geborgenheit/Sicherheit und Autonomie/Eigentätigkeit zu gewähren. Für den Bau seiner Leiblichkeit und damit das Kind in seinen „Tempel“ einziehen könne, müssten diese zwei Qualitäten und Haltungen und verlässliche, verbindliche Bezugspersonen um es sein: Er ermunterte uns, neue „pädagogische Landschaften“ zu entwickeln, diese Qualitäten zu leben, viel in die Natur zu gehen und die Natur in unsere Einrichtungen zu holen.
 

Am Montagmorgen führte der Komponist und Musiker Alexander Morawitz in den Themenkomplex Genius der Sprache – Begriff und Klang, Atmung, Sprechen, Singen ein. Fachkundig erläuterte er die Funktionen und Zusammenhänge der Sprechorgane und der Sprache und ihre tiefgeistige Verankerung.

Beginnend mit dem Schöpfungsprozess des Weltenwortes führte uns Alexander Morawitz durch die Kulturepochen der Erde, mit denen die Entwicklung der Sprache und des menschlichen Bewusstseins einherging. Die alte ursprüngliche und bedingende Wirkmächtigkeit der Sprache sei verloren gegangen, musste auch verloren gehen, damit der Mensch sich zur Freiheit entwickeln könne. Nun sei es aber an uns, wieder in die Bedeutung und Tiefe der Sprache und Worte einzutauchen: „Worte sind geeignet, in uns geistige Kräfte zu wecken“ und die Geistigkeit der Sprache, die, wie das Pfingstereignis zeige, alle verstehen könnten, in uns neu zu gründen. Hierfür sei es wichtig, dass wir uns für unsere pädagogische Arbeit gewissenhaft und gründlich der Geisteswissenschaft zuzuwenden.

Der Vortrag hinterließ Impulse zum Gespräch und zum weiteren Austausch. Zum Beispiel zu der Aussage von Morawitz, wir seien alle noch sehr weit von einer wirklichen Sozialkompetenz entfernt – und: Was bedeutet es, wirklich zu denken, im Gegensatz zu einem vorschnellen oberflächlichen Schlagwortgebrauch. Aber auch die Frage: Wo sitzt unsere Stimme, wo ist unser Stimmsitz, was ist die Qualität der Sprache, der Laut- und Luftformen, mit denen wir den Kindern begegnen? Was wirkt auf die Kinder und wie?
 

„Den Kindergarten als Dorf denken und leben!“

Mit diesem Aufruf könnte Phillip Reubkes Vortrag zusammengefasst werden, in dem er uns eindrücklich die veränderte Lebenswelt der Kinder vor Augen führte, in der Arbeiten und Tätigkeiten, nachahmenswerte und anregende Erwachsene kaum mehr für die Kinder erlebbar sind. Im Gegensatz zum früheren dörflichen Leben seien Handwerk und das soziale Leben hinter Mauern verschwunden. Das habe fatale Auswirkungen gerade auf die Willenserziehung der Kinder. Der natürliche Prozess, dass im alltäglichen Erleben und Miterleben der arbeitenden und tätigen Erwachsenen das Kind zu einem gesunden Aufwachprozess im Denken komme, sei nicht mehr gegeben, das müsse jetzt im Kindergarten passieren. Unsere Kindergärten müssten verstärkt Orte des „Lebens und der sichtbaren Arbeit“ werden. Nachdem wir in unseren Einrichtungen das Thema „Kindergarten als Schutzraum“ bereits gut bearbeitet und umgesetzt hätten, müssten wir uns nun diesem Thema zuwenden: „Den Kindergarten als Dorf denken und leben“, als Ort der Arbeit und prozesshafter Tätigkeiten. Es war spürbar, dass Phillip Reubke mit diesem Apell bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auf offene Ohren und Herzen traf.

Dies war vielleicht sowieso das Charakteristische dieser Tagung: Es war eine Tagung der offenen Ohren und Herzen, es war eine sehr anregende und bewegende, aber auch frohe und heitere Tagung, mitunter war Aufbruchstimmung spürbar. In den Pausen gab es Begegnung und Austausch, Kaffee wurde genossen, auf den Liegen entspannte man sich, es wurde getanzt, Gehörtes und Erlebtes verdaut. In der Mittagspause waren alle eingeladen, sich zu verschiedenen Themen (Kultus und Opferfeier, Eurythmie im Kindergarten, Mellifera, Leitungsstrukturen und soziale Formen …) „unterm Sonnenschirm“ auszutauschen.

140 Teilnehmende in Präsenz und 70 im Onlineformat haben teilgenommen. Für die Teilnehmenden vor Ort war zusätzlich zu den Vorträgen und Arbeitsgruppen noch ein künstlerisches Rahmenprogramm geboten: Musik, Konzert, Eurythmie, gemeinsames Singen und der sehr heitere Bunte Abend. Morgens hatten alle die Gelegenheit, an der Opferfeier teilzunehmen.

Als Marcel de Leuw am Dienstag die Tagung mit ihren Vortragsinhalten zusammenfasste, äußerte er die Wahrnehmung: Die Tagung war gefärbt von einer besonderen Stimmung. Es ist gelungen, die Inhalte nicht bloß im Gedanklichen, sondern auch im Seelischen zu bewegen. In diesem Zusammenschwingen von Seele und Geist könne ein sozialer Prozess entstehen. Und der sei sehr notwendig. Wir alle müssen dazu beitragen, dass sich in unserer Bewegung etwas bewegt …

Und so freuen wir uns alle auf das kommende Jahr: den zwölften Vortrag der Allgemeinen Menschenkunde – mit weiteren spannenden Inhalten.

Susanne Altenried für den Arbeitskreis Pfingsttagung der Vereinigung der Waldorfkindergärten
(Dora Behrens, Marie-Luise Compani, Sabine Cebulla-Holzki, Kjell-Johann Häggmark, Erika Henning, Sigrid Jackstadt, Margarete Kaiser, Alexander Morawitz, Dagmar Scharfenberg, Petra Thal)

Weiterbildung - neue Ideen und Angebote

Wäre das nicht schön, einfach mal wieder ein bisschen Abstand vom Alltag zu bekommen? Oder in einem zeitlichen Freiraum zu neuen Ideen angeregt zu werden und in den beruflichen Austausch zu kommen?

Und wie steht es denn wohl mit der Idee der Fortbildungsakademie in der Vereinigung?

Und hat das eine vielleicht mit dem anderen zu tun?

Vor einem Jahr habe ich Ihnen im Newsletter kurz von der Geschichte dieser Idee überregional zugänglicher Fortbildungen im Rahmen der Vereinigung der Waldorfkindergärten und den Überlegungen dazu berichtet. Heute möchte ich Ihnen gerne etwas zur tatsächlichen Angebotslage dazustellen.

Wie Sie sicher wissen, entwickeln die Waldorfkindergartenseminare, an denen Waldorferzieher:innen ausgebildet werden, schon seit vielen Jahren sehr alltagsnah und bedarfsgerecht überregional zugängliche Fortbildungen für Waldorferzieher:innen zu unterschiedlichen Themen und in unterschiedlichen Formaten. Diese lassen sich bei Bedarf gut über die Homepage der Vereinigung (www.waldorfkindergarten.de) und die Webseiten der Seminare finden. Mit dem Ausbau der regionalen Geschäftsstellen kamen dann, je nach der jeweiligen Anzahl der Waldorfkindertagesstätten, in manchen Regionen weitere Angebote hinzu, die auch die Bedarfe der Träger mit abdecken. Auch hier geben die Webseiten der jeweiligen Regionalvertretungen (z.B. in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen) Auskunft. Und dann gibt es die vielen wichtigen berufsbezogenen Fortbildungen, die über weitere Anbieter wie den Paritätischen Wohlfahrtsverband zugänglich gemacht werden.
Vielerorts gibt es also durchaus genügend Angebote. Gleichzeitig aber gibt es schon seit einiger Zeit durch den fast überall herrschenden Fachkräftemangel vielfach einen großen Mangel an Zeit und Kraft bei Ihnen, den tätigen Waldorferzieher:innen, um Fortbildungen überhaupt in Ruhe besuchen zu können. Dieser Zeit- und Kraftmangel in den Kindergärten hat sich durch die Anforderungen der Pandemie noch einmal deutlich verschärft!

In Gesprächen mit den Geschäftsführer:innen aller Regionen wurde mir zudem deutlich, wie unterschiedlich die Situation für Waldorf-Fortbildungsangebote bundesweit ist: In jedem Bundesland gibt es eine andere Gesetzeslage dazu, ob und wie und welche Fortbildungen für Erzieher:innen gesetzlich gefordert und gefördert werden. Für die Frage nach Fortbildungsangeboten heißt das ja zunächst, dass regionale Bedürfnisse am besten durch regionale Angebote befriedigt werden können.
Weil die Waldorfkindergartenbewegung aber in jeder Region strukturell unterschiedlich stark aufgestellt ist, braucht es hier auch offene Angebote für Angehörige anderer Regionen.

In dieser Vielfalt der Bedürfnislagen und Möglichkeiten kommt uns nun eine Entwicklung sehr entgegen:
Aus den Begegnungsbeschränkungen der vergangenen zwei Jahre, die durch die Pandemie hervorgerufen wurden, entwickelte sich ja nahezu überall sehr schnell das Ergreifen technischer Möglichkeiten für die Online-Begegnung. So gibt es mittlerweile an mehreren Orten der Waldorfkindergartenwelt nicht nur regional bezogene digitale Fortbildungsangebote, sondern auch die ersten bundesweit zugänglichen Waldorf-Informationsveranstaltungen, wie sie in den letzten Wochen beispielsweise von der Region NRW zum Thema der Kinder mit Fluchterfahrungen ausgeschrieben wurden. Diese neuen Möglichkeiten sollten wir uns, zusätzlich zu den Präsenz- und Digital-Angeboten der Seminare und Regionen, zunutze machen!

In Gesprächen mit Kolleg:innen in den verschiedenen Regionen bundesweit wurden bestimmte inhaltliche Bedarfe an Fortbildungen immer wieder genannt, die nicht regional begrenzt sind:

  • die Begleitung von Berufsanfänger:innen,

  • das Weiterentwickeln von Fragen oder Neu-Auffrischungen für „alte Hasen“,

  • das Erarbeiten und Vertiefen von waldorfpädagogischen und anthroposophischen Grundlagen

  • sowie Fragen der Vielfalt und Verschiedenheit, wie etwa Austausch und Anregungen für „Männer in der Waldorfkita“.

Weil wir innerhalb einer so großen Bewegung wie unserer zu diesen Fragen mit Sicherheit sowohl Interessent:innen als auch erfahrene und kompetente Beitragende haben, möchte ich auf diesem Wege dazu anregen, niedrigschwellig und mit Hilfe der neuentdeckten digitalen Möglichkeiten Nachfrage und Angebote zusammenzubringen.

Zum Beispiel:
Wenn Sie Interesse an einem fortbildenden Austausch zu Themen im Bereich „Vielfalt und Verschiedenheit in der Waldorfpädagogik“ haben, wenden Sie sich bitte zur weiteren Koordination an mich (ruepke(at)waldorfkindergarten(punkt)de). Auch zu Angeboten im Bereich der anthroposophischen Grundlagen sind schon Überlegungen im Gange.

Sollten Sie weitere Ideen und Anregungen haben, freue ich mich über Rückmeldungen!

Elke Rüpke, Bildungsreferentin der Vereinigung der Waldorfkindergärten

Erziehungskunst frühe Kindheit: Zur Ukrainekrise

Alle sind sehr betroffen von dem, was sich in der Ukraine gerade abspielt, wir leiden mit den Betroffenen mit und suchen nach Wegen, zu helfen und zu verstehen, was da eigentlich vor sich geht und warum. Darauf gibt es keine einfachen Antworten.

Eine besondere Empfindsamkeit haben hierbei alle, die mit kleinen Kindern zu tun haben.

Hier finden Sie Anregungen zum Umgang mit dem Thema in einem Artikel in der Erziehungskunst frühe Kindheit von Andrea Wiebelitz

Bericht zum vierten Austausch- und Fortbildungstreffen der waldorfpädagogischen Natur-, Bauernhof- und Waldkindergärten

Wieder war die Nachfrage größer als es Teilnehmer:innenplätze gab: Aus circa 25 Einrichtungen aus ganz Deutschland kamen knapp 40 Teilnehmer:innen zusammen. Dieses Mal stand das Thema „Wald“ im Mittelpunkt. Bei den Waldkindergärten Moltebeere in Rastede und Sternenmoos in Bad Zwischenahn durften die Teilnehmer:innen zu Gast sein. Vor Ort wurden in den konkreten Einrichtungen und mit den dortigen Erfahrungen verschiedene Themen bewegt, beispielsweise die Unterschiedlichkeit von Waldplätzen und ihre Wirkung, Organisationsabläufe und Struktur der Waldkindergärten. Aber auch Themen wie Gründungsphase und Pionierzeit kamen zur Sprache und das Thema Naturpädagogik im Krippenalter. Schließlich folgten noch die Themen Phantasieförderung im Naturraum und das Thema Jahreszeitenfeste in der Naturpädagogik.

Die Teilnehmer:innen fühlten sich beschenkt in zweierlei Hinsicht: vom kollegialen Austausch und den anregenden, gründlich vorbereiteten Impulsen und Einführungen, aber auch davon, wie die beiden Einrichtungen als Gastgeber die Teilnehmer:innen empfingen und versorgten. Das macht diese Treffen zu einmaligen Erlebnissen!

Das Treffen wurde wieder vom Waldorferzieherseminar Stuttgart organisiert, um der recht jungen und innovativen Naturpädagogik innerhalb der Waldorfpädagogik einen Raum zu geben. Auch im kommenden Jahr soll es wieder ein solches Treffen geben. Ort und Termin stehen allerdings noch nicht fest.

 

Frank Kaliss, Waldorferzieherseminar Stuttgart

Klimaschutz im Kindergarten

Nach Vorstellung der Idee bei der Vertreterversammlung im Sommer 2021 in Kassel wurde im Projekt „CO2ero - Klimaneutrale Waldorfschulen“ ein Jahr lang der Kindergarten in Hamburg Eimsbüttel-Eppendorf pilothaft begleitet. Nun geht es in das zweite Runde und ein weiterer Kindergarten wird in die Begleitung aufgenommen. 
Die Begleitung geht über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Das Team CO2ero begleitet den Kindergarten unter anderem mittels Workshops bei der Erarbeitung eines Nachhaltigkeitsplans, welcher neben der THG-Bilanz des Kindergartens die Entwicklung und Umsetzung von konkreten Maßnahmen entsprechend den gemeinsam entwickelten Ziele umfasst. Ab sofort könnt Ihr Euch als Projektkindergarten bei CO2ero bewerben.

Die Ausschreibung mit allen relevanten Informationen gibt es hier:
Weitere Information zum Projekt: 

Birgit Krohmer

Erlebnis Bienenwunder Set für Kinder

Bienenwunder für den Kindergarten von Mellifera

 

Ein großer Teil der pädagogischen Arbeit im Waldorfkindergarten ist die Wertschätzung allen Lebens auf der Erde und das Sichtbarmachen der natürlichen Abläufe und Zusammenhänge. Dies geschieht im Erleben des Jahreslaufes mit seinen Festen und – damit verbunden – mit der Wahrnehmung der Prozesse in der Natur. Die Kinder möchten aktiv mitgestalten.

Sie lernen die Welt verstehen, in dem sie freudig die angebotenen Aktivitäten im Kindergarten ergreifen und somit begreifen. Die Pädagog:innen tragen in ihrer Vorbildfunktion eine große Verantwortung. Legen wir doch die Grundlage einer tragfähigen Wertevermittlung für kommende Generationen!

 

Unser Erlebnis Bienenwunder Set für Kinder im Kindergartenalter, wird im Herbst dieses Jahres innerhalb eines Wettbewerbes verlost und bei Mellifera erhältlich sein. Das Set macht Umwelterziehung und Bienenpädagogik zum Kinderspiel. Erfahrene Waldorfpädagog:innen und Bienenpädagog:innen von Bienen machen Schule haben das Erlebnisset speziell für Kindergärten konzipiert und erprobt.

 

Bienen machen Schule ist eine Initiative von Mellifera, Verein für wesensgemäße Bienenhaltung. Mit der Initiative bringen wir Imker:innen und Pädagog:innen zusammen und setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, mit, von und über die Bienen zu lernen.

Bienen eignen sich besonders gut, um Kinder die Liebe zur Natur entdecken zu lassen.

Unser pädagogisches Erlebnis Bienenwunder Set legt ein phantasievolles und kreatives Fundament für die Achtsamkeit und Wertschätzung zu allen Dingen um uns herum.

Das Set soll Pädagog:innen bei der bienenpädagogischen Arbeit und Umwelterziehung begleiten und unterstützen. Kinder können die Möglichkeit erhalten, spielerisch mit und von den Bienen zu lernen und sich mit dem Thema BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinanderzusetzen.

 

Das Set soll inspirieren. Sinnhafte Tätigkeiten, begleitet von Sprüchen, Gedichten und Liedern holen die Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand ab. Durch die rhythmisch musikalische Begleitung regen wir die Phantasiekräfte der Kinder an, schaffen eine emotionale Verbindung und fördern Verständnis für die Zusammenhänge im Bienenstock und in der Natur. Viele Kindergärten haben nicht die Möglichkeit, eigene Bienen zu halten, oder scheuen sich vor dem zusätzlichen Arbeitsaufwand. Das Bienenset ist deshalb ein idealer Begleiter. Es holt die Kinder und Pädagog:innen dort ab, wo sie gerade stehen. Es versucht, zu bezaubern und die Erziehungskünstler:innen in den Pädagogen:innen zu inspirieren. Beispiele aus der Praxis und ein Schritt für Schritt Leitfaden zum Summenden Kindergarten sind ausführlich beschrieben, im liebevoll gestalteten Handbuch zum Set.

Hochwertige Materialien wie eine Modell Einraumbeute aus Holz, handgefertigte Filz-Fingerpuppen, Märchenwolle, Wachs, Bienenprodukte wie Demeter Honig, Bienenbrot, Pollen und Propolis aus ökologischer Herstellung sind passend zu den Aktivitäten durch das Jahr im Handbuch mit enthalten.

Unser Set ist ein kleiner Zauberkoffer, aus dem die Pädagog:innen jederzeit Ideen, Sprüchlein, Handgestenspiele, sinnvolle Tätigkeiten, Bastelangebote und liebevolle Anregungen ziehen können. Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns auszuschwärmen und vielleicht können wir den Mut und die Liebe zu den Bienen mit auf den Weg geben, dass es auch in den Kindergärten zu summen und zu schwirren beginnt.

Alicia Kipp
www.bienen-schule.de

Pressespiegel

  • Juni 2022: Rosen und Rollator. Kinder leben sich in die Welt ein und verwandeln sie von innen. Mit ihnen kann selbst das Leidvolle neu und lebendig werden. Eine Betrachtung von Ute Hallaschka. Weiter
  • 15.06.2022: Waldorfkindergarten Gelnhausen. Der Waldorfkindergarten Gelnhausen eröffnet eine neue Kindergartengruppe in Anlehnung an das Konzept von Waldkindergärten. Als Gruppenraum dient eine Jurte, die derzeit auf dem Gelände des Waldorfkindergartens errichtet wird. Zum Jahreswechsel sollen 20 neue Plätze zur Verfügung stehen, die jetzt bereits vergeben werden. Weiter

  • Juni 2022: Betreuungsnotstand. Fachkräftemangel in Kitas gibt es schon lange, durch die Pandemie hat die Lage sich verschärft. Die Arbeitsbelastung steigt, der Unterstützungsbedarf der Kinder ebenso. Was wiederum den Stress erhöht, weil di03.06.2022: e Beschäftigten nicht allen Kindern gerecht werden können. Ein Bericht von Silke Fokken. Weiter

  • 03.06.2022: Kinderreport 2022. Die Interessen von Kindern werden von Politik und Gesellschaft zu wenig berücksichtigt, ergab der Kinderreport 2022 des Kinderhilfswerks. Entsprechend hatte sich ein Großteil der befragten Erwachsenen wie Kinder geäußert. Gefordert wird die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Weiter

  • 01.06.2022: Kindheit. Vom lieblichen Engel bis zur politischen Aktivistin Greta Thunberg: Das Bild von Kindheit und Kindern im Gang durch die Epochen und Jahrhunderte ist vielseitig. Anlässlich des Weltkindertages veröffentlichte die Deutsche Welle einen profunden Überblick, der uns in die Pflicht nimmt: Welches Bild von Kindheit haben? Weiter

  • 28.05.2022: Kinder im Krieg – Viele Kinder aus waldorfpädagogischen Einrichtungen in der Ukraine haben Aufnahme in Waldorfkindergärten anderer Länder gefunden. Svetlana Eks, vom Waldorfkindergarten Odessa, fasst ihre Eindrücke zusammen. Weiter

  • 01.05.2022: Das Weltall in uns. Der deutsch-amerikanische Autor und ehemalige Waldorfschüler Peter Stephan Jungk über romantische Jugendideale und seine frühe Liebe zu Novalis, dessen Geburtstag sich Anfang Mai 2022 zum 250. Mal gejährt hat. Weiter

  • 08.04.2022: Nach dem Sommer: Ab in die Waldorfschule? Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Konzept „Waldorf“ umstritten. Warum es wichtig bleibt, erörtert Christian Boettger von der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen in einem Gastbeitrag. Weiter

  • 06.03.2022: Neubau für den Waldorfkindergarten Ostfildern. Nachdem die notwendige Erweiterung auf dem alten Areal nicht möglich war, wurde für den Waldorfkindergarten Ostfildern ein neuer Ort gefunden: Der Kindergarten zieht in einen Neubau auf einem alten Fabrikgelände in Scharnhausen und soll im September 2023 zwischen Streuobstwiesen und Krähenbach für 70 Kinder in vier Gruppen neu eröffnet werden. Weiter

  • 17.01.202: Sinne und Gedächtnis. Riechen – ein großes Thema nicht nur in der Pandemie. Unser Geruchssinn ist eng mit Emotionen verbunden und zuweilen zuverlässiger als die Vernunft: Er ist mit der Herausbildung von Erinnerung, mit dem Gedächtnis, verknüpft. Die Grundlagen hierfür werden in der frühen Kindheit gelegt. Weiter

Veranstaltungen

  • 24.-27.08.2022
    Natur im Blick II - Neue Impulse für die Naturpädagogik
    Schloss Hohenfels (nähe Bodensee)! Für Waldorferzieher* innen und Waldorfeltern.

    Unser Verhältnis zur Natur weiterzubilden und die bestehende Entfremdung des Menschen von der Natur zu überwinden, ist eine der zentralen Aufgaben unserer gegenwärtigen Zivilisation. Diese Aufgabe stellt sich daher vor allem auch in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen. […] Wie ein erneuertes Verhältnis zur Natur entstehen und geübt werden kann, dazu soll dieses BildungsCamp in Vorträgen und Outdoor-Workshops in Anknüpfung an das letztjährige erste BildungsCamps auf Schloss Hohenfels Anregungen und Gelegenheit bieten.“

    Weitere Information und Programm

Lektüretipps

  • Rainer Patzlaff: Sprachentwicklung des Kindes im digitalen Zeitalter. Die verborgenen Schätze des gesprochenen Wortes. Überarbeitete Neuausgabe 2022. (Recht auf Kindheit)

    Das von Rainer Patzlaff verfasste Heft 4 der von der Vereinigung der Waldorfkindergärten herausgegebenen Reihe „Recht auf Kindheit“ behandelte unter dem Titel „Kindheit verstummt“ das seinerzeit in der Öffentlichkeit breit diskutierte, zunehmend vermehrte Auftreten von Sprachentwicklungsstörungen im frühen Kindesalter, die keine organischen Ursachen hatten, sondern offenkundig im Kontext veränderter Lebensumstände und zunehmender Bildschirmnutzung gesehen werden mussten. Die Anzahl davon betroffener Kinder hat sich in den nachfolgenden Jahrzehnten trotz vieler Bemühungen immer weiter erhöht und stellt bis heute ein ungelöstes Problem mit weitreichenden Folgen dar.

    Die 2020 beginnende Corona-Pandemie hat die Lage der Kinder noch einmal dramatisch verschärft, indem in Lockdown- und Quarantänezeiten der normale Umgang mit Freunden und Spielgefährten, Klassenkameraden und den pädagogischen Fachkräften nicht möglich war und der Kontakt zur Außenwelt sich zum Teil auf den heimischen Computerbildschirm begrenzen musste. In der Folge kam es zu einer erschreckenden Flut psychischer Störungen, die Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pädagog:innen veranlasste, energisch auf die in der UN-Kinderrechtskonvention weltweit garantierten Rechte des Kindes hinzuweisen.

    Das von Peter Lang einst gewählte Motto „Recht auf Kindheit – ein Menschenrecht“ hat an Aktualität nicht das Geringste eingebüßt, und so haben wir beschlossen, die seit vielen Jahren nicht mehr fortgesetzte Reihe neu aufleben zu lassen. Beginnend mit der Schrift von Rainer Patzlaff, deren erste Hälfte der veränderten Zeitlage entsprechend neu zu schreiben war und auch zu einem neuen Titel führte, deren Kernstück sich aber nach wie vor als gültig erweist.

  • Neues von der Pädagogischen Sektion am Goetheanum

    Über aktuelle pädagogische Fachthemen, Projekte, Publikationen und Veranstaltungen informiert der Newsletter der pädagogischen Sektion am Goetheanum in zwei Sprachen (dt./engl.). „Wir möchten einen Beitrag leisten zur Lösung der brennenden Fragen im Bereich der Erziehung. Dabei stützen wir uns sowohl auf erziehungswissenschaftliche Forschungen und Publikationen als auch auf Perspektiven, die durch die von Rudolf Steiner begründete Freien Hochschule für Geisteswissenschaft entstehen.“

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